Psychosomatische Lösungen statt psychosomatische "Krankheiten"

und Therapie von Schmerzen, Allergien und anderen somatisch erlebten Problemen mit Herz

Referent/in: Dr. Gunther Schmidt

 

Termin: 05.10.-07.10.2023
Format: hybrid = Plätze in Präsenz + online

 

Preis: € 415,-    MEG-Mitglieder 375 € Fortbildungspunkte: ja

 

Zeiten: 13.30-19.30, 9-19, 9-13 Uhr
(24 Arbeitsstunden)

 

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Wenn Menschen an Problemen wie z.B. Schmerzen, Allergien, Tinnitus und anderen Symptomen leiden, die vorrangig als extrem negatives, dabei aber völlig unwillkürliches körperliches Geschehen wahrgenommen werden, erleben sich Betroffene verständlicherweise meist als hilflos ausgelieferte Opfer, die selbst gar nichts Hilfreiches machen können und völlig auf Hilfe von außen angewiesen sind, z.B. auf Medikamente oder andere medizinische Maßnahmen. Dies kann durchaus sehr sinnvoll sein, und leider kann oft auch nicht erreicht werden, dass die Beschwerden „ganz weg gehen“, was aber fast immer die sehr nachvollziehbare Sehnsucht der leidenden Menschen ist.

Wenn diese Beschwerden dann womöglich lange anhalten und als „chronisch“ definiert werden, führt dies häufig zu Resignation, Verzweiflung und depressiven Reaktionen als Folge dieser erlebten Hilflosigkeit, leider verstärken solche Reaktionen oft noch die Probleme, führen zu Abhängigkeiten und hindern massiv an hilfreicherer Verarbeitung der Phänomene.


Mit hypnosystemischen Strategien kann zwar auch nicht garantiert werden, dass die verständliche Sehnsucht der Betroffenen auf „ganz und für immer weg“ erfüllt werden kann. Aber sehr häufig können die Leidenden schnell und nachhaltig wirksam sehr gut dabei unterstützt werden, sehr effektiv selbstwirksam ihre unwillkürlichen (bisher unbewusst „schlummernden“) Selbstheilungskräfte für Verbesserungen und für befreiende, sehr entlastende Hilfsmaßnahmen wieder zu erleben und dauerhaft zu nutzen (also zu ihren eigenen kompetenten TherapeutInnen zu werden). Dies wieder wirkt sich nur sehr positiv auf die Symptome aus, sondern führt darüber hinaus zur Verbesserung des Selbstbilds, von Selbstvertrauen, Zuversicht und positiveren Erwartungshaltungen, die wieder die Verarbeitung der Phänomene deutlich verbessert.


Im Seminar wird praxisnah vermittelt, wie Symptome und Symptomtrance-Prozesse sogar genutzt werden können als wichtige Informationsquelle über wertvolle Bedürfnisse, die bisher im Wertsystem und im Beziehungssystem der KlientInnen keinen Platz haben durften. Vermittelt wird, wie Sinn geschöpft werden kann, Symptome als Ausdruck von intuitiven Lösungsversuchen der KlientInnen gewürdigt und auch gesundheitsförderlich eingesetzt werden können.

Es werden verschiedene effektive Strategien (im Gespräch, in Konversationstrance u. in "offizieller" Trancearbeit) vermittelt, mit denen auch bewusst wieder erlebt werden kann, dass es ein unbestechliches und Orientierung gebendes Wissen im eigenen Organismus gibt und wie man dies auch unter komplexen System-Bedingungen gesund nutzen kann. So kann das individuelle und interaktionelle System der KlientInnen zielgenau beim Finden und Umsetzen der gesundheits-förderlichen stimmigen Lösungen unterstützt werden. Vermittelt wird auch, wie Bewusstes und Unwillkürliches zu ganzheitlicher wertschätzender Kooperation eingeladen werden können und wie bisher unbewusste Zielkonflikte (z.B. in Beziehungen) als wertvolle Informationen für stimmige Balancelösungen individuell und in Beziehungen genutzt werden können.

Es wird gezeigt, wie durch hypnosystemische, direkte und indirekt-hypnotische und systemisch-lösungsfokussierende Interventionen heilsame psycho-physiologische Prozesse angeregt werden können.

 


Einige Inhalte des Seminares:

•    Pacing-Strategien für einen optimalen Rapport mit ProblemträgerInnen und ihren BeziehungpartnerInnen als „Ko-BeraterInnen“
•    Von „Psychosomatik“ zu „Somato-Psycho-Systemik“
•    Hypnosystemische Problem-/ Lösungsvergleiche zur Entwicklung von Wissen über in den Symptomen versteckte Bedürfnisse.
•    Utilisation von „psychosomatischen“/ „somatopsychischen“ Problemen als Ausdruck massiver Zwickmühlen der ProblemträgerInnen (z.B. zwischen Loyalitätspflichten/ Konformitätsdruck im Beziehungssystem und ihrem dissoziierten organismischen Wissen über unverzichtbare Bedürfnisse, die damit unvereinbar erscheinen).
•    Etablierung des Organismus und seiner Signale als Kontraktpartner und Supervisor der Gestaltung von Lösungskontexten
•    Die Krankheitszeichen zu Leibwächtern des Organismus im System machen
•    Gezielte Nutzung von Fremdverantwortlichkeit ("der Organismus verlangt von mir...") an Stelle von Auflösung der Krankheitskonzepte
•    Zirkuläres Fragen als Imaginationsmethode, um den gesunden Entfaltungsraum für ganzheitliche Organismen im System herzustellen
•    Wie man aus Stress auslösenden "Problemankern" im System Lösungswecker macht.
•    Nutzung der archaischen Bilder über Beziehungen im System für eine symbolträchtige rituelle "Gesundheitschoreographie"
•    Entwicklung von Beziehungsmustern im Therapiesystem, die zum Modellfall für erfüllende, gesunde Erfahrungen für KlientInnen und TherapeutInnen werden (auch Selbstfürsorge für TherapeutInnen) etc.etc.

 

 

Methodik:
Theorie, Rollenspiele, Videobeispiele, dynamische Skulpturen, evtl. Life-Interview

 

Zielgruppe:

Wie bei allen Seminaren des meihei handelt es sich auch hier um eine berufliche Weiterbildung, die sich an Psychotherapeut*innen, Ärzt*innen ... richtet. Entsprechend stellen wir bei der Ärztekammer/Psychotherapeutenkammer einen Antrag auf Fortbildungspunkte.

 

Vorbereitung:
Jenen, die bisher weniger mit Gunther Schmidts Konzept vertraut sind, empfehlen wir sein Buch "Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung" (Carl-Auer Verlag) - dieses (dünne) Buch macht mit den wesentlichen Grundlagen vertraut. Wer zur Einführung (oder "als Trost" für einen Wartelistenplatz) zudem an Audio/Video-Aufnahmen interessiert ist: das Auditorium Netzwerk bietet eine Auswahl (www.auditorium-netzwerk.de).

 

Über die/den Referent*in: Gunther Schmidt

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